Ausstellung

auer-solo

Ausstellungsdauer   05. Mai bis 06. Oktober 2013
Öffnungszeiten   Freitag, Samstag und Sonntag
jeweils von 13.30 - 17.00 Uhr
Eintritt   frei

Gezeigt werden 30 Plastiken, 9 Papierarbeiten und 1 Ölbild des Bildhauers, Installationskünstlers, Malers und Zeichners Sepp Auer.


Künstler der Ausstellung

Sepp Auer

Sepp Auer

1939 geboren in Braunau am Inn
1961 Meisterprüfung im Schlosser- und Metallbauhandwerk
seither Beschäftigung mit Kunst
1975 - 2004 Professor an der Universität für angewandte Kunst, Wien
1961 - bis heute freischaffender Künstler
lebt und arbeitet in Wien und in Braunau am Inn

Ausstellungen: (Auswahl)

Einzelausstellungen:

1974 Museum für angewandte Kunst, Wien, Metallplastiken
Galerie Lehrer, Linz
1977 Galerie im Scharfrichterhaus, Passau
1978/87 Galerie Maerz, Linz
1979 Galerie Isam, Wien
1985/89/96 Galerie Fligl, Linz
1987 Hypogalerie, Linz
1988/91/95 Galerie A4, Wels
1990 Rupertinum, Salzburg
1993 Oberösterreichisches Landesmuseum, Linz
Ursulinenkirche, Linz
1995/01/07 Galerie am Steinweg, Passau
Galerie Göttlicher, Krems
1998 Ybbsitz
2000 Schloss Wolkersdorf
2001 Pavillon Wels
2007 Galerie Wolfgang Exner, Wien

Gruppenausstellungen:

1961 Internationale Ausstellung Metallplastik, Lindau
1964 Landesmuseum Linz, neue Skulptur (Metall)
1968 Kunstverein Passau, Bildhauerarbeiten
1972/83 Künstlerzentrum Schloss Parz, Ausstellung Parzer Kontakte
1973 Bildhauersymposium Pforzheim
50 Jahre Innviertler Kunstgilde
1975 Neue Galerie der Stadt Linz, O.Ö. Avantgarde
1979 Schloss Vornbach Metallbildhauerei, Vornbach am Inn
1980 Kulturamt Wien, Stadtparkausstellung Bildhauerarbeiten
1985 Chordon Haus, Cham, BRD
centre dárt visuel, Genf, Schweiz
"Gott, Mensch, Gesellschaft", Linz, Krems, Passau
1986 "Zeichen", Stift Reichersberg
Kammerhofgalerie Gmunden
1987 Galerie Stubenbastei, Wien, "Beton"
Maerz in der Secession, Wien
ars sacra, Wien
1988 Galerie Stubenbastei, Wien
Stift Reichersberg
Designausstellung Budapest, Österreichwoche
1990 Galerie Foundation, Secession, Wien
1991 Österreichs Plastik nach 45, Künstlerhaus Bregenz
1993 Betonsymposium Wels, Beteiligung und Konzeptausstellung
1995 Galerie Maerz, "Binome", Sepp Auer - Dr. Ferdinand Schmatz
1996 Plastik in O.Ö. 1880 - 1990 O.Ö. Landesmuseum, Linz
Metallsymposium Spital am Pyhrn, Konzept und Beteiligung
Galerie am Stein, Schärding, Auer, Brus, Rainer, Schleinkhofer
"Schwere Lose", O.Ö. Landesmuseum, Linz
1997 "NEXUS", Malo, Venetien, Auer, Bus, Hebenstreit, Rainer
Galerie Pimingsdorfer
1998 "Gegen.Stand" Galerie Marie Louise Wirth, Zürich
"Gegen.Stand" Schloss Lamberg, Steyr
2000 Künstlerhaus Wien
"Annäherung an die Konstruktion", Landesgalerie O.Ö., Linz
"Schöpfungszeit", Landesgalerie O.Ö., Linz
"Rund um", Galerie Insam, Wien, Künstlerische Beiträge zur Gestaltung urbaner Plätze
2003 Galerie am Stein, Schärding
2004 "Skulptur im Schlosspark", Auer, Gironcoli, Kienzer, West
Schloss Vornbach und Galerie am Stein, Schärding
2007 "Dreidimensionale Arbeiten", Galerie am Stein, Schärding
"Ohne Titel", Galerie Wolfgang Exner, Wien
2009 "Formuliert", Konvergenzen von Schrift und Bild, Lentos, Linz
2010 Zacherlfabrik, Wien, Auer, Kämmerer, Ohnesorg und Spiluttini
"Beiträge zur Zeitkunst", Pavillon, Wels
"Rochade", Auer und Tagwerker, Galerie der Stadt Wels
2011 Kunstverein Passau, "Ohne Ende", Sepp Auer - Objekte, Karl Schleinkdorfer - Zeichnungen
2012 "Space affairs - raumaffären", MUSA, Wien
2013 "A tribute to franz west", Galerie Konzett, Wien

 

Sepp Auers Arbeiten sind in privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, so u. a.:

O.Ö. Landesmuseum, Linz
Museum für angewandte Kunst, Wien
Museum des 20.Jahrhunderts, Wien
Neue Galerie der Stadt Linz, Linz
Rupertinum, Salzburg
Albertina, Wien
Museum Moderne Kunst, Passau
Magistrat der Stadt Wien
N.Ö. Landesmuseum St. Pölten

Preise und Wettbewerbe:

1970 Staatspreis für Schmiedeplastik, München
1984 2. Preis Wettbewerb Plastik Rathaus, Linz
1985 Preis "Gott, Mensch, Gesellschaft"
1986 1. Preis Kapelle AKH, Linz
1988 Römerquellenwettbewerb, Ankauf
Österreichischer Grafikwettbewerb, Ankauf
Brunnenplastik, Zorneding bei München
1989 1. Preis Plastik HTBLA Leonding
1990 Möbelentwürfe für das Museum Modernen Kunst, Passau
1991 Preisträger Neugestaltung Wallfahrtskirche Maria Schmolln
Neugestaltung Presbyterium Kirche St. Ulrich bei Steyr
Neugestaltung Presbyterium Kirche Kreinraming bei Steyr
1992 Neugestaltung Presbyterium Kirche Altenberg bei Linz
1995 Jüdisches Denkmal, Wels
Künstlerische Gestaltung Leichenhalle Nußbach
1996 Goldene Medaille der Gesellschaft bildender Künstler, Künstlerhaus Wien
1997 Konzept und Möblierung Kubinmuseum, Zwickledt
Brunnengestaltung Stift Waldhausen
1. Preis Marktplatzgestaltung mit Brunnen in Ybbsitz
Liturgische Neugestaltung Pfarrkirche St. Anton, Passau
1998 Neugestaltung Presbyterium der Kapelle Marienkirche in Steyr
Künstlerische Gestaltung der Kirche in Kirchham
Neugestaltung der Leichenhalle der Kirche St. Ulrich bei Steyr
1999 Neugestaltung Altarraum der Stiftskirche Baumgartenberg
Neugestaltung Altarraum Kapelle Altenwohnhaus St. Klara, Völcklabruck
Neugestaltung Altarraum Kapelle Alten- und Pflegeheim in Aigen-Schlägl
2001 Neugestaltung Kirche in St. Johann am Walde
2002 Neugestaltung Altarraum Pfarrkirche in Hallstatt
Neugestaltung Kirche in Rainbach bei Schärding
Neugestaltung Kirche in Wenig
COR-TEN-Stahl-Plastik Neubau Wagner-Jauregg Krankenhaus, Linz
2005 Neugestaltung Kirche Paasdorf, N.Ö.
2007 Hauptschule Ranshofen, Kunst im öffentlichen Raum
2008 Gitterwand und Eingangstor des neuen Museumstrakts im Schlossmuseum Linz
2012 Wandbrunnen, Ybbsitz

Sepp Auer kommt am 2. Juni 1939 in Braunau zur Welt und wächst auch dort auf. Als Sohn des Direktors der Hauptschule wünschte sich der Vater, dass der Sohn ebenfalls den Beruf des Lehrers aufnehmen sollte. Dieser übernimmt zwar das markante Vornamenkürzel des Vaters, zum Lehramt hingezogen fühlt er sich hingegen nicht. Metallbildhauer wolle er werden und bei Wotruba in Wien studieren. Das zeichnerische Talent wird ihm in die Wiege gelegt, der scharfe Blick für Form- und Farbästhetik entwickelt sich früh. Bevor sich der junge Auer seiner künstlerischen Ausbildung widmen darf, besteht der Vater darauf, dass der Sohn eine Lehre im Schlosser- und Metallbauhandwerk absolviert, die er 1961 mit dem Meisterbrief abschließt. 1975 folgt der Ruf an die Universität für angewandte Kunst, Wien, die ihn 2004 emeritiert. Zu seinen Studenten zählen unter anderem Friedrich Biedermann, Judith Wagner und Heribert Friedl.

Sepp Auer arbeitet als Bildhauer, Objektkünstler, Maler, Zeichner und Designer und lebt und arbeitet in Reikersdorf, in der Nähe von St. Peter am Hart, im Gemeindebezirk Braunau am Inn. Vereinzelt hält sich der Künstler auch noch in Wien auf, wo er als ordentlicher Professor an der Universität für angewandte Kunst, lehrte und immer noch eine Wohnung unterhält.

Sepp Auers Kunst verzichtet auf blumige Aussagen. Sein Werk ist schnörkellos. Zielorientiert wird eine Lösung erarbeitet. Harte Linien, klare Strukturen, zurückhaltende Farbkontraste. Trotz aller formalen Bescheidenheit und Geradlinigkeit beflügelt Auers Werk die Fantasie. Grund dafür ist die in seinen Arbeiten gefundene Zusammenführung aus analytisch strenger Formenauffassung mit spielerisch unbeschwerten Gestaltungselementen. Da schwebt ein altgedienter Tisch an einem Stahlstab und ein Aufkleber „Tabledance“ erklärt die Situation. Dort ziert ein angerosteter Haltegriff eine schlichtes Hartfaserplattenquadrat und ein Textfragment einer Kontaktanzeige weist den Weg.

Oft bietet der Künstler in seiner Arbeit bekannte Formen, gelegentlich baut er dazu Möbelstücke, wie Tische, Stühle oder ein Bettgestell nach, oder er verwendet einen Reifenschlauch oder ein Türblatt, oder er benutzt nur eine auf Karton aufgemalte Spirale, eine schnell hingeworfene Linie z. B., um diese in Objekte einzubauen. Der Künstler schafft Einstiegsschwellen, die den Betrachter in das Kunstwerk locken und ihn auffordern sich mit dem Werk auseinanderzusetzen.

Auers hier gezeigte Werkreihe, bestehend aus Skulpturen, Materialinstallationen, Zeichnungen und Gemälden, umfasst einen Schaffenszeitraum von gut zehn Jahren und ist das Ergebnis einer jahrzehntelangen Auseinandersetzung mit formaler Identität. Der Künstler sucht in seinem Werk Wege angestammte Sehgewohnheiten zu unterlaufen. Hat man sich darauf eingelassen, merkt man, dass z. B. der darin eingearbeitete Gegenstand seiner originären Funktion enthoben einen Systembestandteil darstellt, der sich der Fantasie des Betrachters bemächtigt und eine Gedankenkette auslöst, die unweigerlich zu einer einseitigen Erklärung führt. Ein Türblatt mit Rahmen wird zum Tisch, begrenzt jedoch ebenso einen Raum, dessen Eingang es darstellen könnte. Ein nachempfundenes Stuhl-, Bett- oder Tischgestell beherrscht die Szenerie und geht doch, ergänzt um Flächenelemente aus Aluminium oder farblich gefassten Holzplatten, in eine skulpturale Raumkonzeption über, bei dem das eine langsam geht und das andere ebenso schleichend ins Gedächtnis des Betrachters einzieht je intensiver man sich damit beschäftigt.

Sepp Auer konstruiert Raumgebilde indem er dessen Begrenzungslinien beschreibt ähnlich der des amerikanischen Minimalisten Fred Sandback, der dazu bunte Wollfäden spannt. Sepp Auer lehnt dazu z. B. einen Winkel, ein Rahmen oder nur ein Fragment davon aus Stahlrohr an die Wand. Er stellt dann jedoch der imaginären Fläche eine reale gegenüber, einen Karton, eine Hartfaserplatte oder eben ein Türblatt und schafft Grenzen, die Sandback vermeidet. Auer baut rohe Kuben, offen oder geschlossen, angelehnt an Donald Judds Raumgebilde, oder höherformatige Podeste, solchen zur Kunstpräsentation nicht unähnlich, stellt darauf jedoch nichts ab, sondern bemalt oder beklebt eine Fläche mit einem Anzeigentext aus einschlägigen Zeitungsspalten wie: DISKRET Priv. 0699/11273359 oder BRANDNEU! 0664/8723308 Privat!. Der schlichte Würfel tritt von dem Augenblick in den Hintergrund, von dem an man den darauf abgedruckten Text entdeckt hat. Die vermeintliche Information gewinnt schlagartig das Interesse des Betrachters und zieht dieses für einen Moment ungeteilt auf sich. Sepp Auer legt einen Köder aus und man nimmt ihn unbeschwert auf. Man schlägt ohne viel nachzudenken den vorgegebenen Weg ein, denn jeder weiß worum es in diesen Anzeigen geht, jeder kennt deren Zweck und tappt in die Falle. Folgenlos, außer dass gelegentlich der Schabernack des Künstlers durchblinzelt, der einen immer wieder in das gleiche Boxhorn zu geleiten scheint, passiert nichts. Daraus zu schließen, das System Auer setzt auf den Effekt, den Eyecatcher, der hat das System nicht begriffen. Ein Beispiel zum besseren Verständnis: Denkt man z. B. an die Augenfarbe des Menschen. Für manche ein markantes Detail und darüber hinaus untrennbar zum Menschen gehörend. Trotzdem handelt es sich dabei lediglich um einen belanglosen Bestandteil, eines hochkomplexen Sinnesorgans über das wir durch die Farbgebung nichts weiter erfahren. Bei Auers Kunst ist es ebenso, der erste Eindruck ist Oberfläche, das Wichtige und Wesentliche ist gut versteckt im Hintergrund und bedarf zur gefälligen Hebung einer äußerst intensiven Beschäftigung mit dem Kunstobjekt.

Sepp Auer gestaltet in seinen Plastiken und skulpturalen Installationen oft Räume, immer jedoch Raumillusionen bzw. Raumeindrücke, die den Betrachter abholen und dessen Gedanken durch ein Raum-Zeit Gebilde führen. Streng geordnet, an Flächen und Linien festgemacht, mit Schrauben oder Flügelmuttern verzurrt, verändern sich diese mit dem Standpunkt, dem Blickwinkel des Betrachters, mit seiner Bewegung. Fließende Übergänge, sich auflösende und wieder zusammenfügende Strukturen entstehen. Hat man sein Hirn vom ersten Eindruck befreit und alles Vordergründige abgelegt, taucht plötzlich der Mensch hinter der aufgemalten Nummer auf und definiert seinen Platz im Raum. Nicht als Person, sondern als ein Gedankenkonglomerat aus Bedürfnissen, Wünschen und Ängsten.

Befreit von jedwedem Schnickschnack entwickeln Linien Dynamik und bringen die Zeit ins Spiel. Unvermittelt merkt man, dass scharfe Kanten an Materialbauteilen, Nerven gleich, Gefühle leiten. Gerissener Karton ebenso dazu in der Lage ist, jedoch anders, langsamer. Details, wie Ecken und Kanten, Überlappungen und Überschneidungen, die subtilen Farbkontraste sowie die Anordnung der verwendeten Materialen bestimmen Raummaß und Tempo. Die Kunst Sepp Auers lebt von wenigen Bestandteilen, gezielt in Szene gesetzt, erschließen diese ihre Wirkung nur dann, wenn man in der Lage ist Kontakt zu ihnen aufzunehmen, sie als solche wahrzunehmen. Werktitel braucht man dazu nicht, Sepp Auer verzichtet ebenso konsequent darauf, wie er sorgfältig darauf achtet, dass seine Kunst den Ateliercharakter behält. Da eine dürftig bestrichene Fläche, dort ein beiläufig aufgeklebter Hinweis. Unfertigkeit als Prinzip der Offenheit in der Dimension des künstlerischen Selbstverständnisses Sepp Auers. Der Künstler umgeht museale Logik, die in Wohnzimmeridylle endet. Hübsch, nett oder angenehm ist bei Auer nichts. Sepp Auers Kunstkonzept zwickt, spreizt oder liegt im Weg, zumindest hingerotzt, erst dann ist es funktionstüchtig.

Sepp Auer malt und zeichnet auch. Hier begrenzt die Linie, der Winkel den Raum. Freihändig ausgeführte Kreise und/oder Wellenlinien füllen ihn aus bzw. konterkarieren ihn. Teilweise besetzen Schriften die bildnerischen Inhalte und schwarzer Lack auf weiß, der rohe Blei- oder der rote Buntstift, sind die hauptsächlichen farblichen Gestaltungselemente. Nichts lenkt ab, nur die eingebrachte geschwungene Linie belebt oder der aufgemalte Text irritiert gelegentlich. DREAM CATS.AT. UNERFAHREN 00674/4449696. Das bildnerische Werk des Künstlers fügt sich als eigene Werkgruppe nahtlos an seine skulpturale Aussage an und ergänzt bzw. erweitert diese in einzelnen Bereichen. Aber auch hier hascht der Künstler um die vermeintliche Aufmerksamkeit, das anfängliche Interesse des Kunst-Liebhabers und lockt den ahnungslosen Betrachter. Groß und deutlich aufgemalt, leicht lesbar und für jedermann verständlich, springt die Information ins Auge und in die Gedanken. Laszive Textfetzen und aufgemalte Telefonnummern auf überdimensionierten Merkzetteln beflügeln die Fantasie und drängen den Kunstfreund in die Ecke des Voyeurs. Hallo, Schlafmütze wach auf, hier bekommst du die schnelle Nummer geliefert. Bitte notieren!

Nicht unerwähnt beleiben soll, dass sich Sepp Auer neben seinem künstlerischen Schaffen gelegentlich auch als Designer betätigt. Weniger aus beruflichen Ambitionen sondern mehr, wie er selbst betont, aus der Not heraus, die Dinge des täglichen Lebens, mit denen man sich umgibt, in der gedachten Form nicht im Geschäft kaufen zu können. So hat er, bis auf wenige Ausnahmen, die gesamte Einrichtung seines Hauses in Reikersdorf bei Braunau am Inn, entworfen und größtenteils auch selbst gebaut. Schränke, Kommoden, Stühle, Tische, Lampen, Auers Design ist ebenso schnörkellos und zurückgenommen wie seine Kunst, zeichnet sich durch hohe Funktionalität und Gebrauchstüchtigkeit aus, ist eigenständig, hochästhetisch und trägt meist die Farben schwarz oder weiß oder ist naturbelassen. Sepp Auer hat auch hier eine präzise Vorstellung von Gestalt und Funktion einzelner Gegenstände und hat damit nicht nur sich, sondern auch die Möbel- und Lampenindustrie überzeugt, die einzelne Entwürfe in ihr Sortiment übernahmen.

Wie man sehen kann ist Sepp Auers künstlerischer Ausdruck vielschichtig, hat jedoch, in welcher Form auch immer sich dieser zeigt, einen eindeutigen Fokus auf das Reduzierte. Klare Linien, keine Schnörkel (Mascherl, wie er sie bezeichnet), keine Brüche, keine Zufälligkeiten und erst recht kein Abenteuer. Sepp Auer ist ein Ästhet und ein Purist reinsten Couleurs. Sepp Auer hat sich jedoch, trotz aller formalen Ernsthaftigkeit, eine fast spielerische Leichtigkeit bewahrt, der nicht selten augenzwinkernd der Schalk im Nacken steckt. Auch und gerade deshalb schult Sepp Auers Werk im besonderen Maße das Sehen und die sich daraus ergebende geistige Vorstellungskraft, wenn man bereit ist, sich profunder damit zu beschäftigen, denn trotz der vermeintlich schlichten Bestandteile seiner Kunstinstallationen, ist deren Thematik stets vielschichtig und hochkomplex. Darum sollte man sich beim Rundgang durch die Räume von Sepp Auers Arbeiten nicht nur flüchtig vom äußeren Schein inspirieren, sondern durch eine eingehende Auseinandersetzung intensiver berühren lassen. Denn auch der Künstler will eine AFFÄRE herbeiführen, jedoch nicht mit der erträumten Person am anderen Ende einer Telefonnummer, sondern mit dem Betrachter über die Auseinandersetzung mit dem Kunstwerk.